Die faszinierendste Tatsache über die Kathedrale von Sevilla ist, dass sie die größte gotische Kathedrale der Welt ist. Ihr offizieller Name lautet Catedral de Santa María de la Sede (Kathedrale Sankt Mariä vom Bischofssitz) und ihre gewaltigen Ausmaße waren nach der Reconquista ein klares Zeichen für die Macht und den Reichtum der Stadt. Mit ihrer Fertigstellung im frühen 16. Jahrhundert löste sie die Hagia Sophia in Istanbul als größte Kathedrale der Welt ab.

Ein gotischer Gigant der Rekorde

Als das Domkapitel im Jahr 1401 den Bau einer neuen Kirche beschloss, war sein Ziel klar. Der lokalen Überlieferung nach verkündete es: „Lasst uns eine Kirche bauen, die so schön und so groß ist, dass diejenigen, die sie fertig sehen, uns für verrückt halten werden.“ Das ist ihnen gelungen: Sie schufen ein Bauwerk mit einer Fläche von 11.520 Quadratmetern. Das Mittelschiff ragt in eine atemberaubende Höhe von 42 Metern empor.

Von der Moschee zur Kathedrale

Bevor die Kathedrale erbaut wurde, befand sich an dieser Stelle die Hauptmoschee der Almohaden, die zwischen 1172 und 1198 errichtet wurde. Nach der christlichen Eroberung Sevillas im Jahr 1248 wurde die Moschee in eine Kirche umgewandelt. Ein Großteil des ursprünglichen Baus wurde jedoch später abgerissen, um Platz für die neue gotische Kathedrale zu schaffen. Zwei wichtige Elemente der Moschee blieben jedoch erhalten und wurden in den Neubau integriert: der Glockenturm und der Innenhof.

Die Giralda: Vom Minarett zum Glockenturm

Der berühmte Glockenturm der Kathedrale, La Giralda, war ursprünglich das Minarett der Almohaden-Moschee. Mit seiner Höhe von 104,5 Metern war er eines der wichtigsten Symbole der mittelalterlichen Stadt. Anstelle von Treppen führen 35 Rampen nach oben. Sie waren breit genug, damit der Muezzin zum Gebetsruf auf einem Pferd hinaufreiten konnte. Im 16. Jahrhundert wurde ein Glockenaufsatz im Renaissancestil hinzugefügt, gekrönt von einer Bronzestatue, die den Glauben darstellt und den Spitznamen „El Giraldillo“ trägt.

Patio de los Naranjos

Der wunderschöne Orangenhof (Patio de los Naranjos) war der ursprüngliche Hof für die rituellen Waschungen (Sahn) der Moschee, in dem die Gläubigen sich vor dem Gebet reinigten. Dieser ruhige Ort mit seinem Brunnen und den Orangenbäumen ist nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil des Kathedralenkomplexes und bietet einen friedlichen Übergang von der geschäftigen Stadt draußen.

Das Grabmal eines Entdeckers

Eines der berühmtesten Merkmale der Kathedrale ist das monumentale Grabmal von Christoph Kolumbus. Seine sterblichen Überreste wurden nach seinem Tod im Jahr 1506 mehrmals umgebettet und reisten von Valladolid nach Santo Domingo, dann nach Havanna, bevor sie 1898 schließlich in Sevilla ankamen. Das beeindruckende Grabmal zeigt vier große Figuren, die die vier Königreiche Spaniens – Kastilien, León, Aragón und Navarra – repräsentieren und seinen Sarg in die Höhe tragen. DNA-Tests in den frühen 2000er Jahren bestätigten, dass es sich bei den Überresten im Grab tatsächlich um die von Kolumbus handelt.

Weitere überraschende Fakten zur Kathedrale von Sevilla

Neben ihrer gewaltigen Größe und dem berühmten Grabmal birgt die Kathedrale von Sevilla viele weitere Geheimnisse und überraschende Details. Sie ist eine Schatztruhe voller Kunst, Geschichte und seltsamer Legenden, die einen Besuch unvergesslich machen. Um ihre Dimensionen und ihre Geschichte wirklich würdigen zu können, können Sie Ihre Tickets im Voraus buchen.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Kathedrale von Sevilla so berühmt?

Die Kathedrale von Sevilla ist berühmt, weil sie die größte gotische Kathedrale der Welt und die drittgrößte Kirche überhaupt ist. Außerdem ist sie UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergt das Grabmal von Christoph Kolumbus.

Wie lange dauerte der Bau der Kathedrale von Sevilla?

Der gotische Hauptbau der Kathedrale von Sevilla dauerte über ein Jahrhundert, von 1402 bis zur weitgehenden Fertigstellung im Jahr 1506. Ergänzungen und Umbauten, wie der Glockenaufsatz der Giralda aus der Renaissance und verschiedene Kapellen, folgten jedoch noch über Jahrhunderte.

Wer ist in der Kathedrale von Sevilla begraben?

Neben Christoph Kolumbus und seinem Sohn Ferdinand sind auch mehrere spanische Könige in der Kathedrale begraben. Dazu gehören Ferdinand III. von Kastilien, Alfons X. von Kastilien und Peter I. von Kastilien.

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